Datensammeln, social media und deutsch-europäische Panikmache
Ja, facebook ist eine Datenkrake, ja google und viele weitere auch. Benutzen wir deren Dienste, zahlen wir mit unseren Daten. Ja, diese Unternehmen verfolgen unsere Aktivitäten im Internet und ja, das verstößt gegen deutsches unter europäisches Daten(schutz)recht. Immer wieder, ließt und hört man davon und immer wieder werden wir aufgefordert derlei Dienste im Internet nicht zu nutzen.
Doch diese Institutionen tun, was auch Banken mit Ihren Bankkarten, und Kreditkartengesellschaften mit ihren Kreditkarten tun: Sie sammeln Informationen über unsere Aktivitäten als Verbraucher und daraus können Bewegungsprofile in der realen Welt erstellt werden. Auch Mobilfunkbetreiber tun dies. Übrigens immer und schon länger als der kürzlich durch die Medien kolportierte „Skandal“ der apple-Telefone.
Auch die in Deutschland so beliebten Kunden- und Rabattkarten (unternehmensbezogen wie z.B. Karstadt oder unternehmensübergreifend wie z.B. payback) dienen nur dem Zweck Informationen über Kunden zu sammeln.
Ja richtig, im Internet hat es neue (quantitative) Dimensionen, ja Unternehmen, wie facebook und google und deren Besitzer werden reich mit unseren Daten.
Statt aber, Nutzer vor dem Gebrauch dieser Dienste im Internet zu waren, sie aufzufordern sie nicht mehr zu nutzen; statt wie z.B. vom Datenschutzbeauftragten in Schleswig-Holstein, Unternehmen, Behörden und private Websitebetreiber aufzufordern social plugins auf ihren Seiten zu entfernen, sollte man sich lieber der Herausforderung stellen, Menschen in die Lage zu versetzen, bewusst mit ihren Daten umzugehen. Statt einen bösen Geist namens „cookies“ aufzubauen, hielte ich es für sinnvoll, den Umgang damit zu erklären.
Ein schönes Beispiel für Panikmache ist ein Beitrag des Deutschland Radio. Hier wird facebook mal wieder in düsteren Farben geschildert und behauptet, dass facebook mithilfe eine cookies „für mindestens zwei Jahre“ verfolgen kann.
Wie wäre es denn mit einer Anleitung, wie die cookies ganz einfach wieder gelöscht werden können? Wie Browsereinstellungen so optimiert werden können, dass cookie etc. nach Schließen des Programms automatisch wieder gelöscht werden können.
Auch der Monitorbeitrag vom 6.10.2011 (ab Position 19:23) trägt ein berechtigtes Anliegen, nämlich den Umgang mit Daten gesetzlich zu regeln und zu überprüfen vor. Allerdings in einem „Alarmismustonfall“ der das Anliegen schon wieder zu disqualifizieren scheint.
Statt also die Menschen vor dem Internet und seinen Angeboten gruseln zu machen, scheint es mir sinnvoller aufzuklären und zu schulen. Ministerien, Datenschutzeinrichtungen, Schulen und Weiterbildungseinrichtungen könnten Angebote entwickeln und niederschwellig anbieten, die den Umgang mit den eigenen Daten schulen und das nötige (auch technische) Wissen vermitteln verantworungsvoll mit seinen Daten umzugehen - nicht nur bei facebook & co, sonder auch im Supermarkt, in einkaufszentren und bei Behörden.
Weitere links:
Spiegel online zur Angstmachkultur und fehlender Aufklärung
Für Site-Betreiber ein Vorschlag für eine Datenschutzerklärung

